Neues Rehabilitations-Programm für Veitstanz-Patienten in Wien

27.09.2018
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10. Chorea Huntington Kongress tagt Samstag in der Rehaklinik Wien Baumgarten. Auch Betroffene und Angehörige können sich dort über neue Therapieansätze informieren.

In Wien gibt es jetzt ein neues Rehabilitations-Programm für Chorea Huntington-Patienten. Am neurologischen Zentrum der Rehaklinik Wien Baumgarten hat der weltweit führende Gesundheitsdienstleister VAMED dafür eine Spezialabteilung eingerichtet. Das Therapieprogramm wird von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen und Ärzten gemeinsam betreut. Beginnen die Patienten frühzeitig mit den therapeutischen Maßnahmen, kann die Rehabilitation gezielt der klinischen Verschlechterung der Erkrankung vorbeugen.

Kommenden Samstag tagt in der Rehaklinik Baumgarten der 10. Österreichische Huntington Kongress. Experten aus Deutschland und Österreich werden dort die unterschiedlichen Ansätze und Möglichkeiten der Therapie von Huntington diskutiert. Auch Betroffene und deren Angehörige können sich am Kongress über neue Therapieansätze informieren.

Reha-Programm reduziert Symptome und ermöglich längeres aktives Leben

Chorea Huntington, früher als Veitstanz bezeichnet, ist eine der schwersten, erblichen Erkrankungen und schreitet oft schnell voran. Die Krankheit bricht üblicherweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr aus und trifft die Patienten daher mitten im Leben. Ein fehlerhaftes Gen sorgt dabei nach und nach für eine Zerstörung jener Bereiche des Gehirns, die für die Steuerung der Muskeln und für psychische Funktionen wichtig ist. Nach wie vor gilt Chorea Huntington als nicht heilbar. Mit Medikamenten lassen sich derzeit nur die Symptome behandeln.

Vielversprechende Hoffnung geben seit kurzem neue Ansätze in der Gentherapie. Allerdings sind die Therapien noch nicht so ausgereift, um sie im allgemeinen klinischen Alltag zu verwenden. Anders bei Rehabilitationsprogrammen: „Hier ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass konsequentes Training die Symptome reduzieren kann. Daraus resultiert eine längere Selbständigkeit in Beruf und sozialem Umfeld. Das wiederum wirkt sich auf eine erhöhte Lebensqualität für Patienten und deren Familien aus“, erklärt Prim. Dr Christoph Stepan, ärztlicher Leiter des neurologischen Zentrums an der Rehaklinik Wien Baumgarten.

Kooperation mit Selbsthilfegruppen und Spezialambulanz am Otto-Wagner-Spital

Für die Entwicklung des neuen Therapieprogramms hat die Rehaklinik eng mit den Selbsthilfegruppen und der benachbarten Spezialambulanz am Otto-Wagner-Spital zusammengearbeitet. „Durch die Kooperation ist es uns möglich, die Patienten auch nach dem Aufenthalt der Rehaklinik weiter zu unterstützen – mit dem Ziel, dass die Patienten möglichst lange ein aktives Berufs- und Privatleben führen können“, so Prim. Dr. Stepan.

S E R V I C E – Der 10. Österreichische Huntington Kongress für Betroffene, Angehörige, Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonal und Interessierte findet am kommenden Samstag, den 29.9., von 9:30 Uhr bis 16 Uhr im Ärztezentrum der Rehaklinik Wien Baumgarten (Reizenpfenninggasse 1, 1140 Wien) statt. Den Ehrenschutz hat Bundespräsident Alexander van der Bellen übernommen. Die Teilnahmegebühr beträgt für betroffene Familien 15 Euro pro Person. Details über Veranstaltung und Vortragende sind unter https://www.vamed.com/media/4932/10-huntington-kongress-rbb.pdf abrufbar.

Rückfragehinweis:

Prim. Dr. Christoph Stepan
Rehaklinik Wien Baumgarten
Reizenpfenninggasse 1
1140 Wien

T: +43 (0)676 831275645

 

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