UKSH legt Grundstein für Universitätsmedizin der Zukunft in Kiel – Mutter-Kind-Zentrum mit Tag der offenen Tür eingeweiht

11.03.2016
UKSH legt Grundstein für Universitätsmedizin der Zukunft in Kiel | Banddurchschneidung

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat heute (11. März 2016) am Campus Kiel den Grundstein für den Bau der Universitätsmedizin der Zukunft in Schleswig-Holstein gelegt. Gemeinsam mit Ministerpräsident Torsten Albig, Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und den Vorständen des Immobilienpartners BAM/VAMED versenkte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, eine mit Tageszeitung und Urkunde bestückte Zeitkapsel auf dem Baufeld und gab somit den symbolischen Startschuss für den Beginn eines der größten klinischen Bauvorhaben Europas. Im Anschluss wurde der Interimsbau des neuen Mutter-Kind-Zentrums mit einem Tag der offenen Tür feierlich eingeweiht.

„Das UKSH leistet mit Schleswig-Holsteins größtem Infrastruktur-Projekt einen wichtigen Beitrag für die Zukunft von Kiel und Lübeck. Die bauliche Erneuerung des Universitätsklinikums sorgt auch dafür, dass hier weiterhin Spitzenmedizin und -forschung betrieben werden kann“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig.

„Kiel ist eine maritime Stadt mit hoher Lebensqualität und Forschung auf Weltniveau. Die Erweiterung des UKSH Kiel ist neben der baulichen Entwicklung der Innenstadt ein großer Meilenstein. Kiel ist im Aufbruch!“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer.

Prof. Scholz sagte: „Wir legen heute den Grundstein für das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Universitätsmedizin in Schleswig-Holstein. Mit der Verwirklichung des baulichen Masterplans sichern wir die medizinische Maximalversorgung unserer Patienten für die kommenden Jahrzehnte und stärken nachhaltig die Innovationskraft von Forschung und Lehre. Für unsere 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eröffnet sich die greifbar nahe Perspektive hochattraktiver Arbeitsplätze in Kiel und Lübeck.“

Das Neubau-Projekt wird in Partnerschaft mit dem Konsortium BAM/VAMED realisiert und ist Teil des baulichen Masterplanes. Ziel ist es, die medizinische Maximalversorgung für die Menschen in Schleswig-Holstein auch künftig nachhaltig sicherzustellen. Gleichzeitig werden die baulichen Voraussetzungen für eine zukunftweisende Forschung und Lehre geschaffen. Alexander Naujoks, Vorstandsvorsitzender der BAM Deutschland AG, sagte: „Hier, im nördlichsten Bundesland, entsteht inmitten des Campus Kiel das deutschlandweit größte Klinikprojekt. Das ist eine Herausforderung, die wir gerne annehmen. Wir sind überzeugt von der Wichtigkeit dieses Projektes und stolz, unsere Kompetenz im Planen, Bauen, Betreiben und Finanzieren von Kliniken zusammen mit der VAMED unter Beweis stellen zu können. Eine besondere Anforderung stellen die Bauarbeiten während des laufenden Klinikbetriebs dar. In enger Abstimmung mit dem UKSH können wir auf die bei fortlaufendem Bauprozess notwendigen Anpassungen schnell reagieren.“

Gottfried Koos, Vorstandsmitglied VAMED AG sagte: „Auf die Grundsteinlegung für das neue Zentralklinikum in Kiel haben wir uns besonders gefreut, weil wir in Zusammenarbeit mit unserem Partner BAM lange und intensiv auf diesen Meilenstein hingearbeitet haben. Die umfangreichen planerischen und baulichen Vorarbeiten verdeutlichen bereits die Komplexität des Vorhabens. Wir werden auch hier in Kiel unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Planung und Errichtung von bisher mehr als 710 weltweit realisierten Gesundheitseinrichtungen einbringen. Mit unserem umfassenden Know-how im technischen Betrieb von Krankenhäusern werden wir außerdem dafür sorgen, dass die neu- und umgebauten Gebäude langfristig den Anforderungen der Spitzenmedizin gerecht werden.“

Das Verfahren

2011 beschloss der Schleswig-Holsteinische Landtag die Einleitung eines Markterkundungsverfahrens. 2012 wurde das Vergabeverfahren in Form eines „Wettbewerblichen Dialogs“ EU-weit gestartet. Die Kennzeichen des Verfahrens: Dem privaten Partner wurden Planung, Bau und Betrieb der Immobilie übertragen, Eigentümer bleibt das Land Schleswig-Holstein. Finanziert wird das Projekt zu 75 Prozent vom UKSH, der private Anteil des Auftragnehmers liegt bei 25 Prozent. Im Mai 2014 legten die Teilnehmer des wettbewerblichen Dialogs ihre Angebote vor, diese wurden auf ihre Wirtschaftlichkeit (2-stufiges Verfahren zur Prüfung der absoluten und relativen Wirtschaftlichkeit) und Erfüllung der Zielvorgaben überprüft. Zudem gab es eine Überprüfung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durch das Finanzministerium. Der Aufsichtsrat entschied sich nach dem Votum der Landesregierung am 15. Juli 2014 für den geeignetsten Bieter. Die Unterzeichnung der Verträge erfolgte am 30. September 2014.

Das Bauprojekt

Die Bausubstanz des UKSH hat sich seit rund 100 Jahren entwickelt. Ein Großteil der Gebäude aus unterschiedlichen Entstehungszeiten kann damit nicht mehr nach heutigen optimalen klinischen und wirtschaftlichen Aspekten betrieben werden, was die umfangreiche bauliche Sanierung des UKSH notwendig macht. Das neue medizinische und baulich-funktionelle Strukturkonzept sieht eine Zentralisierung der medizinischen Disziplinen vor. In Lübeck wird ein Anbau an das bestehende Zentralklinikum errichtet, in Kiel entsteht ein Zentralkomplex, in den auch die dann vollständig sanierten Bestandsbauten eingebunden werden. Durch die mit dem entralisierungskonzept verbundene Stilllegung von sanierungsbedürftigen Gebäuden entfallen die von Jahr zu Jahr steigenden Sanierungskosten. Neben dem Neubau sind auch umfangreiche Umbauten, Sanierungen und Renovierungen Bestandteil des Immobilien-Projektes. Die Grundsteinlegung am Campus Lübeck erfolgte bereits im September 2015.

 

Neubau Zentralklinikum Campus Kiel

Das neue UKSH, Campus Kiel, konzentriert erstmals einen Großteil der Krankenversorgung in einem Zentralklinikum, das aus dem Neubau und den noch zu sanierenden Gebäuden der Chirurgie und des OPZentrums bestehen wird. Damit entstehen kürzere Wege für Mitarbeiter und Patienten. Weithin sichtbar wird der neue Haupteingang, der von der neuen Cafeteria und dem denkmalgeschützten Gebäude der HNO-Klinik flankiert wird. Eine lichtdurchflutete Eingangshalle ist zentrale Erschließungsachse des neuen Klinikums. Über sie werden alle Nutzungen miteinander verbunden und gut auffindbar strukturiert. Der sechsstöckige Neubau verfügt über eine Fläche von ca. 63.000 Quadratmetern. Er überbaut den sogenannten Roten Platz und wird mit fünf Bettenflügeln parallel an die Bestandsbauten der Chirurgie und des Operativen Zentrums angeschlossen, die voraussichtlich von Mitte 2018 an umfassend saniert werden.

Bisher in anderen Gebäuden untergebrachte Kliniken wie die Innere Medizin I und III sowie die Dermatologie werden in den Zentralkomplex integriert. Zudem entsteht hier ein modernes Mutter-Kind-Zentrum für die Gynäkologie und Pädiatrie. Stationen wie die Entbindungsstation, Pflegestation für Wöchnerinnen, Neonatologie und ITS für Kinder liegen direkt über- oder nebeneinander und sind schnell zu erreichen. Das denkmalgeschützte Gebäude der heutigen Frauenklinik bleibt erhalten und wird in die neue Struktur integriert. Das Zentralklinikum beherbergt nach Fertigstellung 505 Stationsbetten und 137 Intensivbetten allein im Neubau sowie 22 Operationssäle. Direkt neben dem Zentralklinikum entsteht zudem ein modernes Kopfzentrum mit der HNO, Zahn- und Augenklinik. Die Gesamtfertigstellung aller Baumaßnahmen in Kiel ist für Ende 2019 vorgesehen.

Über die gesamte Bauzeit werden auf der Baustelle über 200 Firmen, Planer und Bauunternehmen sowie Lieferanten tätig sein, viele davon stammen aus der Region. Für die Baugrube in Kiel mussten ca. 100.000 Kubikmeter Erde ausgehoben werden, das sind ca. 40 olympische Schwimmbecken. Allein für das Fundament sind 16.000 Kubikmeter Beton nötig. Insgesamt werden ca. 42.000 Kubikmeter Beton und über 6.000 Tonnen Stahl für den Neubau verwendet. Bisher wurden bereits 118.000 Meter an Kabeln und Rohren um- und neuverlegt.

Neues Mutter-Kind-Zentrum

Ein Baustein des Baulichen Masterplanes ist die Zusammenführung der Frauenklinik und Kinderklinik in einem hochmodernen Mutter-Kind-Zentrum, die bereits jetzt erfolgt. Während der Bauzeit befinden sich die Stationen in einem neuen Interimsbau, der in den vergangenen Wochen in Modulbauweise entstanden ist und heute mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht wurde. 65 Patientinnen und Neugeborene können hier versorgt werden.

Die rund 3.000 Quadratmeter verteilen sich auf vier Etagen. Der Eingang für Liegend-Patienten ist im Untergeschoss, die Frühchen- und Neugeborenenstation befindet sich im Erdgeschoss. Gynäkologie und Schwangeren-Ambulanz sind auf den beiden oberen Stockwerken untergebracht. Darüber hinaus gibt es zum Bestandsbau zwei Verbindungsgänge unter anderem zu den dortigen Kreiß- und Operationssälen. Mitte 2018 zieht dann das Mutter-Kind-Zentrum abschließend in den dann fertiggestellten Neubau.

„Im Rahmen des Masterplans entsteht am UKSH eines der modernsten Mutter-Kind-Zentren. Aber bereits der Interimsbau bietet optimale Bedingungen für die Versorgung unserer Patientinnen und wir freuen uns, jetzt starten zu können“, sagte Prof. Dr. Nicolai Maass, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Campus Kiel. „Mit der heutigen Einweihung verfügen die Frauenklinik und die Kinderklinik über optimale strukturelle Voraussetzungen, um die hohen Anforderungen an die optimale Versorgung von Frühchen und Säuglingen mit besonderen Risiken, aber auch von Kindern mit normalen Startvoraussetzungen zu erfüllen“, sagte Prof. Dr. Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie. „Zugleich wird den Eltern eine angenehme Umgebung geboten, um ihre Kinder gegebenenfalls über einen längeren Zeitraum gut begleiten zu können.“ Gemeinsam werden Prof. Dr. Schrappe und Prof. Dr. Maass das Mutter-Kind-Zentrum leiten.

 

Fotos stehen zum Download zur Verfügung unter www.uksh.de/160311_pi_grundsteinlegung_kiel.html

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