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Burnout als Prozess

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Burnout als Prozess

Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek

Der Experte und Sprecher Prim. Univ.Prof. Dr. Michael Musalek ist der ärztliche Leiter des Anton Proksch Instituts, einer Gesundheitseinrichtung der VAMED. Burn-Out ist eine vielschichtige Krankheit, die sich über Jahre entwickelt. Eine Therapieentscheidung muss daher berücksichtigen, in welchem Stadium des Prozesses sich der Patient befindet. Die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit ist fließend. Niemand ist “komplett krank” oder “völlig gesund”. Gerade bei prozesshaften Krankheiten, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln, ist der Punkt, an dem Symptome “noch gesund” oder “bereits krankhaft” sind, schwer festzumachen. Diesem “Gesund-krank-Kontinuum” kommt eine besondere Rolle zu, wenn man versucht, Burn-Out als Prozess zu begreifen, der im Gesunden beginnt und – nach einer Übergangsphase – im Kranken endet. Das Erkennen der einzelnen Phasen ist nämlich nicht nur von theoretischem Interesse, es ist auch wichtig für die Behandlung: Welche Therapie an welchem Punkt des Prozesses zum Einsatz kommt, ist entscheidend für den Erfolg. Ein Burn Out Syndrom hat 3 Stadien. Burn-Out Stadium 1: Problemstadium (“Ich kann alles…”)

• Überlastung/Überforderung (dem Betroffenen selber allerdings unbekannt)

• Kompensationsmechanismen • Fehlende Freizeit(-aktivitäten)

• Vernachlässigung eigener Bedürfnisse • Vernachlässigung von Beziehungen

• Erhöhte Reizbarkeit/Spannungszustände

• Schlafstörungen (Einschlafstörungen)

• Appetenzstörungen (Essen,Sexualität etc.) Burn-Out Stadium 2: Übergangsstadium (“Ich kann noch…”)

• Überlastung/Überforderung (inzwischen vom Betroffenen bewusst wahrgenommen)

• “Sympathikotonus”, d.h.das vegetative Nervensystem befindet sich in einem an-dauernden Erregungszustand. Diese Alarmbereitschaft führt zu einer Leistungssteigerung.

• Fehlende Freizeit(-aktivitäten)

• Völlige Zentrierung auf die Arbeit

• Zunehmende soziale Isolierung

• Spannungszustände/innere Unruhe (vor allem ohne Arbeit)/Ängste

• Ein- und Durchschlafstörungen

• Erhöhte Gereiztheit/depressive Verstimmung

• Unspezifische psychosomatische Beschwerden Burn-Out Stadium 3: Erkrankungssstadium (“Ich kann nicht mehr…”)

• Völlige Erschöpfung (“Parasympathikotonus” als Gegenreaktion auf die Alarmbe-reitschaft in Stadium 2)

• Arbeitsunfähigkeit (subjektiv/objektiv)

• Sozialer Rückzug/Sozialphobie

• Depression

• Chronische Schmerzen

• Verkürzter/verlängerter Schlaf (Aufwachstörung)

• Manifeste körperliche Erkrankungen

• Generalisiertes “Losigkeitssyndrom” (freudlos, lustlos, antriebslos, appetitlos, inte-resselos, aussichtslos)

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